Gute Grundlage für eine verkehrspolitische Diskussion

Gutachter stellt 2. Teil des Verkehrsentwicklungsplanes für Hürth im Planungsausschuss vor

Bereits im November 2016 wurde die Aufstellung eines Verkehrsentwicklungsplanes im Planungsausschuss beschlossen. Nachdem die beauftragten Planungsbüros der Ingenieurgruppe IVV und der Beratungsgesellschaft für kommunale Infrastruktur (BKI) aus Aachen im Januar einen ersten Sachstandsbericht vorgelegt hatten, wurden die noch offenen Maßnahmen jetzt im Planungsausschuss vorgestellt. Die Stärkung des Radverkehrs, die Schaffung von Mobilitätsdrehscheiben, Reduzierung der Immissionsbelastungen und die Verlagerung von Kfz- und Schwerlastverkehren sind die übergeordneten Ziele dieses Planes.

„Der vorgelegte Verkehrsentwicklungsplan ist zunächst eine gute Grundlage, um über die zukünftige Verkehrspolitik der Stadt zu diskutieren. Die Vorschläge zum Radverkehr, zur Verkehrsführung aber auch zur Gestaltung einzelner Straßen müssen jetzt im Einzelnen beraten werden“, so der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Michael Kleofasz.

Grundsätzlich schlagen die Verkehrsplaner eine Abkehr vom Fahrradweg vor. Zukünftig sollen Radfahrer auf Straßen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h auf einem Schutzstreifen fahren können. Bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit vom 30 km/h soll der Radfahrer die Fahrbahn mitbenutzen. „ Das alles ist nicht neu. Bei konsequenter Anwendung können die Maßnahmen das Radfahren attraktiver machen. Wir behalten uns aber vor, jede Maßnahmen sorgfältig zu prüfen“, so Kleofasz.

Bei den vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verkehrsverlagerung dominieren Vorschläge zu geschwindigkeitsdämpfenden Maßnahmen an Ortseingängen( z. B. Wendelinusstraße in Berrenrath oder Bonnstraße in Fischenich) und geschwindigkeitsreduzierenden Maßnahmen bis in Teilbereiche auf Tempo 20. „In diesem Maßnahmenpaket spielen auch die LKW-Durchfahrtsverbote in den Ortsteilen ein zentrale Rolle. Die Maßnahmen werden aber nur dann wirksam, wenn sie in enger Abstimmung mit der geplanten LKW-Vorrangroutenplanung der IHK Rheinland einhergeht“, ergänzt SPD-Ratsmitglied Bert Reinhardt.

Besonderer Maßnahmenschwerpunkt auf der Horbeller Straße und der Luxemburger Straße ist der Bau von Kreisverkehren am Knotenpunkt Luxemburger Straße/Horbeller Straße, Krankenhausstraße und Sudetenstraße/Lortzingstraße. Auch Kreisverkehre am Knotenpunkt Bonnstraße/Luxemburger Straße und In den Höhnen/Krankenhausstraße halten die Gutachter für sinnvoll. „Insbesondere die Kreisverkehre auf der Horbeller und der Luxemburger Straße würden die Leistungsfähigkeit der jeweiligen Knotenpunkte erhöhen“, so Reinhardt.

Besonders begrüßenswert ist aus Sicht der SPD-Fraktion der Ausbau von Mobilitätsstationen. „Wir brauchen langfristig auch in Hürth mehr Verknüpfungspunkte, die die unterschiedlichen Verkehrsmittel miteinander verbinden“, so Reinhardt weiter. Bevor es zur Beschlussfassung über diesen Verkehrsentwicklungsplan kommt, wird es eine Bürgerinformationsveranstaltung geben. Diese ist für die Zeit nach den Sommerferien vorgesehen.